Mit einem Normvokabular zu mehr Kreislaufwirtschaft

Ausgangslage – Was ist eigentlich schon da?

Welches Material steht uns für die nächste Ausstellung eigentlich zur Verfügung? Eine Frage, die in Museen immer wieder auftaucht und oft gar nicht so leicht zu beantworten ist. Denn während Sammlungsobjekte in der Regel sorgfältig inventarisiert werden, fehlt für Ausstellungsmaterialien derzeit noch eine systematische Übersicht. Wo befinden sich die Bilderrahmen, Vitrinen oder Leuchten? Was ist noch vorhanden und in welchem Zustand? Nicht selten steckt dieses Wissen bei einzelnen Mitarbeitenden, die genau wissen, wo etwas zu finden ist. Eine zentrale Übersicht gibt es dagegen nur selten.

Genau hier setzt MuseumLoop an. Mit der Inventarisierung wollen wir sichtbar machen, welche Materialien in den einzelnen Institutionen bereits vorhanden sind. Was zunächst nach viel zeitintensiver Arbeit klingt, schafft die Grundlage für langfristige Veränderungen. Denn eine gute Übersicht spart künftig aufwendige Recherchen, erleichtert den Austausch zwischen Institutionen und macht vorhandene Ressourcen besser zugänglich. So wird aus exklusivem Wissen ein gemeinsamer Materialpool und aus der Frage, was neu angeschafft werden muss, immer häufiger die Frage, was bereits da ist und weiter genutzt werden kann.

Inventarisierung braucht eine gemeinsame Sprache

Damit aus einzelnen Materialbeständen ein gemeinsamer Ressourcenpool werden kann, reicht es nicht aus, die vorhandenen Materialien zu erfassen. Sie müssen auch für andere Institutionen auffindbar und verständlich sein. Genau hier kommt das Normvokabular ins Spiel. Es schafft eine gemeinsame Sprache für die Inventarisierung und legt fest, welche Kategorien und Begriffe wir für die Erfassung unserer Ausstellungsmaterialien verwenden.

Denn was passiert, wenn ein Museum nach einer Vitrine sucht und die anderen Museen eine ganz eigene Bezeichnung verwenden? Obwohl die gesuchte Vitrine vorhanden ist, bleibt diese möglicherweise unentdeckt. Ein gemeinsames Normvokabular soll genau das verhindern. Es sorgt dafür, dass gleiche oder vergleichbare Materialien einheitlich bezeichnet und bei der Suche zuverlässig gefunden werden können.

Für MuseumLoop bedeutet das, Materialien nach gemeinsamen Regeln zu erfassen und sie mit einheitlichen Angaben zu Kategorien, Standorten, Verantwortlichkeiten und Zustand zu versehen. So entsteht Schritt für Schritt eine verlässliche Übersicht darüber, welche Ressourcen vorhanden sind.

Schneller finden, einfacher teilen

Die gemeinsame Standardisierung kostet zunächst Zeit. Langfristig soll sie jedoch genau diese einsparen. Wenn Materialien einheitlich erfasst sind, werden aufwendige Recherchen nach alternativen Bezeichnungen und verstreuten Informationen reduziert. Gleichzeitig wird der Austausch zwischen den teilnehmenden Institutionen erleichtert. Eine Vitrine, die in einem Museum gerade nicht benötigt wird, kann so von einer anderen Einrichtung gefunden, angefragt und erneut eingesetzt werden.

Ein gemeinsames Normvokabular schafft damit die Grundlage dafür, dass aus vielen einzelnen Beständen ein gemeinsam nutzbarer Materialpool wird. Es macht vorhandene Ressourcen sichtbar, erleichtert ihre Weitergabe und unterstützt uns dabei, Materialien länger im Kreislauf zu halten.

Für MuseumLoop ist das ein wichtiger Schritt hin zu einer Kultur des Teilens. Denn je einfacher wir erkennen können, was bereits vorhanden ist, desto eher können wir auf neue Anschaffungen verzichten und vorhandene Materialien sinnvoll weiterverwenden.

Foto: Rahmenlager MK&G, CM, 2024


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